01.08.2017

Bist du ein Bike-Guide?

Bist du ein Bike-Guide?

Fahrradreisen, mit und ohne Elektro-Support, erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine echte Herausforderung auch für den Reiseleiter.

 

Der Bus ist für Radreisen besonders geeignet: Flexibilität bei Route, Anreise und Zielort, die guten Transportmöglichkeiten der Fahrräder sowie die Möglichkeit, mit dem Bus die schweren Gepäckstücke von einer Reiseetappe zur nächsten mitzuführen. Aber für die Begleitpersonen gilt, beim Markteinstieg und der erfolgreichen Umsetzung die hohen Erwartungen der Kunden mit den eigenen Fähigkeiten und der eigenen Ausstattung in Einklang zu bringen. Bei Rad-Reisen bringen die Kunden entweder ihre eigenen Fahrräder mit, nutzen firmeneigene Räder oder Ausleihbikes von Dienstleistern im Zielgebiet. Bei Leihrädern muss die Reiseleitung dringend den engen Kontakt mit dem externen Dienstleister suchen und wichtige Fragen vorab klären: Welche Art und wie viele Fahrräder wurden gebucht/sind verfügbar? Können Ersatzfahrzeuge schnell zur Verfügung gestellt werden? Wie ist das Prozedere bei technischen Problem und Pannen? Wo sind Servicestellen? Erreiche ich den Dienstleister 24h via Servicehotline? Welche technischen Reparaturen darf/muss ich selbst durchführen? Wie müssen die Räder am Abend gesichert werden? Bei E-Bikes und Pedelecs: Wo sind unterwegs Ladestationen? Wie funktioniert der Ladevorgang? Gerade bei anspruchsvollen Routen sind die Räder stark beansprucht. Bei Leihfahrzeugen sollten unbedingt Probefahrten durchgeführt werden. Auch muss der Kunde durch angeleitetes Fahren an die neue Technik herangeführt werden, etwa beim Starten und Bremsen der elektronischen Antriebskraft. Auch die Sitzhöhe ist individuell anzupassen. Auch in der Umsetzung mit firmen- oder kundeneigenen Rädern sind technische und organisatorische Voraussetzungen zu beachten: ausreichender Platz (Anhänger)? Ist der Buschauffeur körperlich in der Lage, die Fahrräder aus- und einzuladen? Kennt er sich mit dem Equipmenthandling aus? Hat die eingesetzte Reiseleitung die körperliche Fitness? Ist genügend Rad-Kompetenz vorhanden? Sind die Reisegäste objektiv fit genug, die im Katalog beschriebenen Touren mitzufahren?


Vorbereitung ist alles
Vor Start ein Info-Blatt an die Kunden aushändigen, da mitunter auch Zeiträume zur eigenen Gestaltung in Touren vorgesehen sind: kleiner Kartenausschnitt mit den Stationen sowie der Route; Kleidungstipps und eineEinweisung, was benötigt wird; für Notfälle
Handynummer Reiseleiter, Buschauffeur und Hotels. Achtung bei Leistungsgefälle zwischen den Gruppenmitgliedern: vor dem Etappenstart Druck aus der Tour nehmen – „Dies ist keine Tour de France.“ Mit Ausreißern Treffpunkte vereinbaren. Kunden sollten einen Fahrradhelm tragen – auch der Reiseleiter! Obligatorisch sollte ein Handy mitgeführt werden. Bei gefährlichem Wetter oder Bodenverhältnissen (Platzregen, Gewitter, Eisglätte, Bergrutschgefahr) ist die Fahrt mitunter zu riskant; nicht mit übermäßigen
Ehrgeiz fortfahren. Bei Folgeterminen, wie Abendveranstaltungen oder Führungen, gilt es vielmehr frühzeitig zu reagieren. Bei einer Panne am Rad sollten einfachste Probleme schnell und mit der nötigen Souveränität repariert werden können. Achtung bei
elektronischen Komponenten, bei falscher Reparatur können Garantien tangiert oder teure Geräte beschädigt werden. Ein schneller Kontakt zum Verleih- und Servicepartner ist daher umso wichtiger. Nach der Etappe ist vor der Etappe: Fahrräder müssen ordnungsgemäß abgestellt und abgeschlossen werden, um Diebstahl und Sicherheit zu gewährleisten. Gerade hochwertige und teure Fahrräder nicht nur mit einem Schloss sichern. Themenorientierte Gastronomen und Hoteliers bieten Garagen und abgezäunte
Parkmöglichkeiten und verhindern so ein böses Erwachen am nächsten Morgen. Der Ausbau der Rad- und Wanderwege bringt auch ein Mehr an Ausweichstrecken. Gerade bei neuen Routen empfiehlt es sich, ein Navigationsgerät zu benutzen, um unnötige
Umwege, gesprengte Zeitpläne und die Gruppenstimmung nicht zu gefährden. Zudem hilft das Navi auch bei kurzfristigen Situationen und Routenänderungen, wie plötzlichem Wetterwechsel, technischen oder medizinischen Notfällen. Auch die kurzfristige Vorbereitung im Zielgebiet via Computer und Einheimischen über etwaige Umweltfaktoren oder Bauarbeiten sowie gastronomischen Stationen empfehlen sich. Der Kontakt zu Hotelier und touristischen Partnern vor Ort empfiehlt sich.


Im E-Bike-Paradies
Wir sprachen mit Bettina Hechenberger, zuständig für Marketing des Tourismusverbandes Kitzbüheler Alpen Brixental in Tirol, der gezielt einen Fokus auf das Entdecken der Naturerlebnisse mit Fahrrad und E-Bike legt.

Mobilität mit dem Rad ist durch alle Altersklassen hindurch angesagt. Was erwartet radelnde Gruppenreisende im Brixental?

Bettina Hechenberger: Almen, Wiesen, Wälder, kleine Gebirgsbäche und natürlich die spannenden Erlebniswelten. Das Radfahren in der Region Kitzbüheler Alpen-Brixental mit den drei Orten Brixen im Thale, Kirchberg und Westendorf hat viele Gesichter. Das Brixental zählt etwa zu den Pionieren bei den Mountainbike-Destinationen, unter Mountainbikern und sportlichen Radlern gelten die Kitzbüheler Alpen schon lange als eine der attraktivsten Bike-Regionen in den Alpen – und das in verkehrsgünstigster Lage. Sportbegeisterte bekommen bei anspruchsvollen Bergtouren oder auf atemberaubenden Mountainbike-Trails ihren Adrenalin-Kick. Von Sportgenuss bis Hardcore kommt hier jeder Moutainbiker voll und ganz auf seine Kosten. Das Bike-Paradies Brixental kann man jetzt aber auch ganz ohne Schweiß erradeln. Einsteiger, Genießer und Familien erleben bei den leichten Touren bereits nach 300 bis 500 Höhenmetern einen wunderbaren Ausblick auf die umliegende Bergwelt wie den Wilden Kaiser, das Kitzbüheler Horn oder den Großen Rettenstein. Daher steht bei uns auch besonders das E-Bike im Mittelpunkt: Seit 2009 wird das Thema E-Bike in der Region gelebt und das touristische Angebot stetig ausgebaut. Das Brixental liegt hierbei im Herzen der weltweit größten E-Bike-Destination Kitzbüheler Alpen – Kaisergebirge mit über 1.000 km Elektrofahrrad-Streckennetz.

Mit welchem Rückenwind können die radelnden Busgruppen genau rechnen?
Hechenberger: Unser Ziel ist es, jeder Gruppe fast mühelose Fahrradtouren durch die herrliche Gebirgslandschaft zu ermöglichen. Es stehen 310 E-Bikes für Gäste zur Verfügung und sind schon für 20 Euro pro Tag zu leihen. Über 80 Verleihstationen, davon rund
70 Hotels, bieten Anleitungen und topgewartete Räder. Weiter fungieren 59 Ausflugsziele in der Region als Akku-Wechselstationen. Sieben Service-Rad-Fachgeschäfte garantieren den Radlern volle Mobilität! Viele Ausgangspunkte für Routen sind auch sehr komfortabel mit dem Berglift erreichbar. Um immer den richtigen Weg zu nehmen, bieten wir überdies die Kitzbüheler-Alpen-E-Bike-Karte mit Routentipps an. Ergänzend hierzu lautet auch das Motto „Natur pur“ bei der gemütlichen Pausen- oder Zieleinkehr in eine der zahlreichen Almen.


Nützliche Web-Adressen:

reiseleiterverband.de
Verband der StudienreiseleiterInnen e.V.

rtgv.de
Deutscher Reiseleiter und Tour Guide Verband e.V.

brag-ev.de
Bundesverband der Reiseleiter, Animateure und Gästeführer e.V.

euro-tga.de
Tour-Guide-Akademie, Neustadt/Hessen

bvgd.org
Bundesverband der Gwästeführer in Deutschland

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Das Magazin für die Omnibusbranche

Heft 04/2018 vom
15. April

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