09.02.2016

Durch die Blume ...

Durch die Blume ...

Garten- und Landschaftsreisen. Hobby-Vogelkundler, Park-Liebhaber und Gartenprofis: Wenn der Frühling kommt, zieht es diese auch mit dem Bus in spannende Gärten, Schlossparks und Kulturlandschaften. Da benötigt der Reiseleiter nicht nur Fachkompetenz, sondern auch einen „grünen Daumen“ im Umgang mit den Fahrgästen.

Der Themenbereich „Garten und Landschaft“ ist mit vielfältigen Zielen und Erwartungen der Gäste verbunden. Für Naturfreunde stellt er ein aktuelles und umfangreiches Reisethema dar. So kann die ganze Reise oder Tagestour unter diesem Thema stehen, etwa wenn primär die Tulpen des Keukenhofs, die Eleganz eines barocken Parks oder die neu eröffnete Landesgartenschau besichtigt werden. Nach Intention und Schwerpunkt der Reise muss sich auch die Vorbereitung der Reiseleitung auf das Thema und die Gruppe ausrichten. Überwiegend ist die Einarbeitung in diesen grünen Naturbereich lohnenswert und alles andere als stocksteif: Bei nahezu allen Reisen kann entsprechendes Wissen in die fahrtbegleitenden Kommentare und Vorträge integriert, der rote Faden ergänzt und erweitert werden.

Vorgefertigte Wissenskarten und angepasste Vorträge rund ums Thema ermöglichen einen breiten und spannenden Zugang. Dies beginnt bei der historischen Entwicklung der Landwirtschaft, kann über die kulturelle und soziale Bedeutung von Nutz- und Lustgärten und bis zur aktuellen Rekultivierung von einstmals industriellen Stätten reichen. Beispiele und Anknüpfungspunkte können sein: Ursprungsgeschichte: Garten Eden; Kultur durch ersten Ackerbau; Kornversorgung Roms aus Afrika; Klöster: Medizin und Heilkunst; Gärten als Zierde und Status (italienischer, englischer und französischer Gartenstil); Natur und Industrie: Schrebergärten, Tagebau, Industriehalden.

Thematisch geht es vom Klassiker der Bundes- und Landesgartenschauen mit wechselnden Destinationen und Themen, über Natur-Locations mit integrierten Kultur-Events bis zu Kräutergärten mit religiöser Vorgeschichte. Auch größere Landschaften, wie das Alte Land oder das obere Mittelrheintal, bieten spannende Inhalte für viele Reisepunkte rund um das grüne Naturspektakel.

Riech mal ...
Schon die Anreise sollte dynamisch genutzt werden, um den Kunden einen wichtigen Mehrwert zu bieten. Die Reiseleitung sollte auf die häufig vorhanden Angebote der Veranstalter zurückgreifen: ausgedruckte Tipps und Tricks sowie Broschüren aushändigen/rundgeben, mögliche Highlights des Ziels inszenieren, passende Dokumentationen einspielen. Auch darauf abgestimmte Fragerunden im Bus mit vorbereiteten oder gekauften Frage-/Spielkarten können hilfreich, lustig und wissensfördernd gestaltet werden. Zu einer modernen Methodik- und Didaktik gehört es, die fünf Sinne ergänzend anzuregen – auch im Bus. Geht dies besser als mit Blumen, Pflanzen, Früchten, Kräutern, Samen, mit Geruchsproben von Blüten und Kräutern, Kostproben von Früchten und Gemüse, dem Anfassen und Erfühlen von frischen, getrockneten, harten oder zarten Pflanzen?

Bei der Umsetzung können auch der Dialog und Kooperationen mit Blumenshops im Herkunftsgebiet oder den Souvenirshops der Destinationen vor Ort helfen. Ergänzend hierzu sollte die Reiseleitung sich über mögliche Einkaufsmöglichkeiten vorab informieren und hierfür genügend Zeit einplanen. Beliebte Souvenirs können etwa Pflanzen und Literatur für zu Hause sein. Achtung Einkaufszeitpunkt: Bei längeren Reisen müssen „blumige“ Souvenirs gut gelagert werden können.

Ein Beispiel für interaktive Anteile bieten die im Jahres-Rhythmus wechselnden und über die Landesgrenzen beliebten  Landes- und Bundesgartenschauen. So bietet auch die Landesgartenschau 2016 in Eutin ein Informationszentrum, bei dem sich Reiseleitung und Kunden vor Ort mit Gartentipps versorgen, informieren lassen und die spannende Gartenkultur entdecken können. Kein Wunder also, dass grüne Ziele oft stark frequentiert sind. Sichere Organisation heißt daher auch, den Gästen vor Beginn des eigenständigen Entdeckens einen klaren Überblick über das Gelände zu geben. Auch wenn nicht alle Ziele über ein botanisches Labyrinth verfügen, können die zum Teil sehr weitläufigen Park- und Gartenanlagen mit unterschiedlichen Ein- und Ausgängen die Orientierung erschweren. Daher gilt es, klar definierte Treffpunkte und Uhrzeiten zu vereinbaren, um die weitere Reise samt Planung nicht unnötig zu verzögern.

Bei Outdoor-Aktivitäten ist dringend auf Regenschirme und wetterfeste Kleidung hinzuweisen, und es sind gegebenenfalls regensichere Alternativen eines potenziellen Kurzbesuchs im Vorfeld zu entwickeln. Tipp für den Reisealltag: Beim Wiedereinstieg können rutschfeste Matten und Fußabtreter für Kunden und Bus-Team gleichermaßen sinnvoll sein.

Bus-Fahrt

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Das Magazin für die Omnibusbranche

Heft 12/2017 vom
15. Dezember

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