08.11.2016

Bus2Bus: alles für alle

Bus2Bus: alles für alle

Gemeinsam mit der Messe Berlin konzipierte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) einen Busfachkongress mit Branchenmesse. Diese 1. „Bus2Bus“ findet am 25. und 26. April auf dem Messegelände in Berlin statt.

Nächster Stop: Zukunft. Unter diesem Präsentationsmotto will der Bundesverband der Deutschen Omnibusunternehmer (BDO) und die Messe Berlin den Bus in all seinen Variationen „stärker in die Öffentlichkeit bringen“, betont Messe-Geschäftsführer Dirk Hoffmann. Und er zeigt sich über „die positive Resonanz aus der Branche“ sehr erfreut. So werden vor allem Bushersteller erwartet, die ihre neueste Technologie präsentieren. „Es gibt bisher keine Fachmesse, die sich diesem Thema widmet“, unterstreicht er. Daher sieht der Messechef gute Chancen, gemeinsam mit dem bdo dieses innovative Konzept zwischen Fachkongress und -messe für die Branche weiter auszubauen.

„Es war seit vielen Jahren mein Traum, einen Kongress mit einer Messe zu verbinden“, verrät BDO-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard. Nun wird das mit der Messe Berlin konzipierte „Bus2Bus“-Projekt von allen Verbandsmitgliedern unterstützt. Denn „wir haben viele Aufgaben vor uns“, verdeutlicht sie und verweist unter anderem auf die Digitalisierung im Verkehrsmarkt. Dies sehe der Verband auch als eine große Chance für die Unternehmen. Und da sich die Busbrache gegenwärtig im Wandel befinde, sei diese Spezialmesse zielorientiert. Die Organisatoren wollen dort zeigen, was für die Zukunft wichtig ist.

So vereint die neue Business-Plattform „Bus2Bus“ „mit dem BDO-Kongress und dem Marktplatz Vorteile und Nutzen beider Veranstaltungskonzepte für die Busunternehmer und die Busindustrie“, erläutert Leonard. Und die Branche habe inzwischen den Wert einer solchen Veranstaltung deutlich erkannt, versichert Produktmanagerin Kerstin Kube-Erkens von der Messegesellschaft. Denn diese Veranstaltung bringt unter dem Funkturm erstmalig gezielt Busunternehmer mit Busherstellern, Serviceanbietern, Visionären und Zulieferern zusammen. Darin sieht Kube-Erkens die Chance für die speziellen Marktakteure.

Die zweitägige „Bus2Bus“ stellt ein Dreieck aus BDO-Kongress, Future-Forum und Marktplatz dar. Auf dem Kongress, zu dem 500 Teilnehmer erwartet werden, werden aktuelle wirtschaftliche und politische Themen diskutiert und Strategien sowie Empfehlungen zur Förderung des Busfernlinienbetriebes, der Bustouristik und des ÖPNV entwickelt. Das Future-Forum wird mit den drei Schwerpunktthemen „autonome Fahrkonzepte“, „innovativer Service“ und „nachhaltige Mobilität“ wichtige Branchenimpulse setzen. Auf dem Marktplatz gibt es sechs  Ausstellungsbereiche, auf denen vor allem die Techniktrends im Vordergrund stehen. Dazu gehören neben der Fahrzeugpräsentation unter anderem auch innovative Reisedienstleistungen, Infrastruktur und digitaler Service. Kurz: Alles für alle, die Busse bauen und nutzen.

   MAN und Scania waren die ersten Hersteller, die ihre Teilnahme zu dieser Fachmesse fest zusagten. „Wir wollen die gesamte Wertschöpfungskette präsentieren“, umreißt Kube-Erkens den Messeanspruch. Für das Premierenereignis wurden die nördlichen Messehallen 21 und 22 an der Masurenallee reserviert. Das die „Bus2Bus“ unmittelbar nach dem RDA-Workshop in Friedrichshafen (20./21. April) stattfindet, begründet Leonard mit dem ohnehin engen Terminplan im kommenden Jahr. Da blieb keine andere Chance. Außerdem sei „der RDA eine ganz andere Veranstaltung“, macht sie deutlich. Gleichzeitig sieht sie keine Konkurrenz zur Busworld in Kortrijk (20.-25. Oktober). „Wir sind mehr und nicht nur eine Busmesse“, erklärt die bdo-Hauptgeschäftsführerin. Und da die Berliner Busfachveranstaltung im zweijährigen Rhythmus zwischen den IAA-Nutzfahrzeug-Terminen stattfindet, gebe es auch da keine Probleme. Vielleicht spekulieren die „Bus2Bus“-Organisatoren auch darauf, dass sich die Busbranche aus Hannover zurückzieht und eher die Messehallen unter dem Funkturm als ihre wahre Präsentationsplattform ansieht.

 „Wir sind auch für andere Verbände und Organisationen offen, die sich beteiligen wollen“, verdeutlicht Leonard besonders mit Blick auf den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Auch mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte der bdo auf der IAA über das Projekt gesprochen. „Interessenten sind willkommen, aber für 2017 nicht mehr realisierbar“, betont die BDO-Hauptgeschäftsführerin.

Von diesem einzigartigen Dialog zwischen Busunternehmern mit Politik und Wirtschaft erwartet der bdo viele Antworten für die zukünftige Branchenentwicklung. Vor allem die kleinen und mittelständischen Busunternehmer werden davon profitieren. Und das sich die Hauptstadt „auf die Premiere des Branchenevents“ freut, versichert Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. „Berlin und die ‚Bus2Bus’ - das passt erstklassig zusammen!“, meint er und verweist auf den Zentralen Omnibusbahnhof unmittelbar gegenüber des Messegeländes, dessen Kapazität für 14 Millionen Euro von 200.000 auf 400.000 An- und Abfahrten jährlich verdoppelt werden soll. Da könnten die Besucher erleben, „wie Fernbusverkehr im 21. Jahrhundert optimal funktioniert“, meint Müller. Außerdem macht der politische Hauptstadtchef klar: „Mobilität spielt für uns als internationale Metropole eine lebenswichtige Rolle – innerstädtisch im Nahverkehr genauso wie national und international. Der Bus wird dabei immer wichtiger.“

Besonders deutlich wird das seit der Liberalisierung des Fernbusmarktes. Denn gerade der Fernbus bescherte der Busbranche inzwischen eine immer größere Aufmerksamkeit. Und Berlin ist dadurch auch zu einer wichtigen Drehscheibe im europäischen Fernbusliniennetz geworden. Diese Position wollen der Senat, aber mit ihrer Initiative auch der bdo und die Messe Berlin, weiter ausbauen.

Produktmanagerin Kube-Erkens kündigte an, dass die 2. „Bus2Bus“ voraussichtlich im März 2019 stattfinden werde. Dann sind drei Tage geplant und die gesamte Veranstaltung wird im Südteil des Messegeländes unter dem Berliner Funkturm platziert. Herbert Schadewald


Kongress-Programm
Während gegenwärtig noch die Aussteller für die „Bus2Bus“-Premiere akquiriert werden, steht das Programm für den zweitägigen BDO-Kongress bereits fest – auch wenn noch nicht alle vorgesehenen Referenten ihre Zusage gaben.

Am 25. April soll Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Messe nicht nur eröffnen, sondern auch ab 11 Uhr die einleitende Kongressrede halten. Vor der Mittagspause soll EU-Kommissar Günther Oettinger in der Future-Keynote I darüber referieren, ob die deutschen Verkehrsunternehmen für die digitale Revolution fit seien. Im Future-Panel I geht es ab 13.30 Uhr um autonome Fahrkonzepte: Ist das Busfahren in Zukunft ohne Fahrer möglich? Bevor sechs Branchenvertreter darüber diskutieren wird Prof. Dr. Andreas Knie, Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ), einen Impulsvortrag über die digitale Revolution im Busverkehr halten. Den Sitzungsabschluss bildet das bdo-Kongress-Panel I mit der Frage: Wird der Fernbus als Liebling der Fahrgäste in Zukunft staatlich sanktioniert? Dazu wird ein bisher nicht genannter Vertreter aus der Bundespolitik ein Impulsreferat halten. Ab 18 Uhr klingt der „Bus2Bus“-Tag im Marshall-Haus auf dem Messegelände aus.

Mit der Delegiertenversammlung der BDO-Mitglieder beginnt um 9 Uhr der zweite Kongresstag - parallel zum Future-Forum „Young Bus Innovators“ in Halle 21. Ab 11 Uhr geht es im Future-Keynote II um das Thema: „Das Silicon-Valley und wir - Ist der Bus schon abgefahren oder noch zum Einsteigen bereit?“ Nachhaltige Mobilität und technische Neuentwicklungen sowie alternative Antriebe bestimmen das Future-Panel II. Dazu gibt es einen Impulsvortrag mit dem Titel „Der Bus und sein Beitrag zum Klimaschutz - Schafft Deutschland die Verkehrswende?“ Nach der Mittagspause wendet sich das BDO-Kongress-Panel II der Touristik zu: „Gibt es eine Zukunft des europäischen Binnenmarktes?“ Nach einem Impulsreferat werden sechs Branchenvertreter diese Thematik diskutieren. Und schließlich wird im BDO-Kongress-Panel III der ÖPNV-Frage nachgegangen, ob der Kompromiss um das PBeFG gescheitert sei. Um 18 Uhr wird die 1. „Bus2Bus“-VVeranstaltung offiziell beendet.

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Heft 12/2017 vom
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