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14.09.2022

Einfach nur „smakelijk“

Einfach nur „smakelijk“

Wer’s lecker mag, wird Venlo lieben: In der und rund um die Stadt in der niederländischen Provinz Limburg kommen Busreisende definitiv auf den Geschmack. Verkehrsgünstig direkt an den Autobahnen 40 und 61 gelegen, bietet sich die Destination auch für Tagesausflüge sehr gut an.

Die Älteren erinnern sich: Am 7. September haben wir an dieser Stelle über das historische Venlo berichtet. Nun beleuchten wir die genussreichen Höhepunkte der Grenzstadt nahe Nordrhein-Westfalen. Warum? – Weil Venlo ist immer eine Reise wert ist …!

Seit diesem Sommer hat Venlo einen neuen „leckeren“ – die Niederländer würden „smakelijk“ sagen – Anlaufpunkt: die Foodhalle namens Mout. Sie ist in den früheren Räumlichkeiten des Museum Van Bommel Van Dam eingezogen. Louis Klaassens hat sich dort einen echten Traum erfüllt: die eigene Brauerei. Bislang schenkte der Kneipier in der City obergärige Köstlichkeiten aus, nun stellt er rund 20 eigene solcher Biere in der Brauerei her.

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Bierbrauer aus Leidenschaft: Louis Klaassens

 

Helles und traditionelles Altbier stellt Klaassens in der Brouwerij De Klep her und setzt dabei auf besondere Zutaten wie etwa Milchsäure, die dem Bier das gewissen Extra geben. Das „Pilsener“ ist das Erste, was auch in Flaschen verkauft wird. Die anderen Sorten fließen direkt von Ausschanktanks oder Fässern über die Mout-Zapfanlage ins Glas vor Ort. Gruppen führt Klaassens rund 1 h durch Brauerei, Abfüllraum und Schrotmühle. Dabei berichtet er von seinem Ziel, ein Bier „aus der Region für die Region“ herzustellen. Er braut seit über 25 Jahren und wünscht sich, dass die Bewohner Limburgs auf seine obergärigen Spezialitäten abfahren.

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An der Bar in der Mout

Was heute so schick und hell leuchtet, war einst ein relativ dunkler 1970er-Jahre-Bau. Die Mout-Macher kostete es zwei Jahre, ihren Traum von einer „Foodhall“ im Herzen Venlos zu realisieren. „Die ganze Welt auf dem Teller“ gibt es dort zu erleben – zumindest fast. Während unter der mittig gelegenen gläsernen Kuppel die zentrale Zapf- und Begegnungsstätte liegt, verteilen sich dahinter diverse 15-Quadratmeter-Küchen mit je einer Landesküche. Von Sushi über Thai-Food über Italien, Fischküche, US-Hamburger-Braterei und einiges mehr gibt es hier kulinarisch einiges zu entdecken. Je 300 Sitzplätze gibt es drinnen wie draußen. Für Gruppen, die abends einkehren wollen, sei eine Reservierung (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) angeraten.

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Platz zum Wohlfühlen: Venlos neue Foodhalle Mout

 

Wechseln wir den Ort: Von Venlo sind es rund 20 bis 30 Minuten nordwärts bis nach Arcen. Das pittoreske Örtchen hat sich unlängst einen touristischen Namen gemacht, sei es durch seine Schlossgärten, die kleine Promenade mit ihren süßen Restaurants oder die Must-stop-Filiale von Clevers Eissalon, wo die Schleckware zwar nicht günstig, dafür aber besonders köstlich ist. Unser Tipp führt nicht direkt in den Ortskern, sondern etwas nördlich davon in die Bierbrauerei Hertog Jan.

brauerei650Außenansicht

Die Bierbrauerei Hertog Jan von außen

Ger Schloesser ist einer der vier Gästeführer, die Besuchergruppen bis maximal 30 Personen die altehrwürdige Brauerei näherbringen. Eine Stunde dauert der Standard-Rundgang inklusive Kostprobe und einem Glas, zweieinhalb Stunden sind es bei der Premium-Variante für bis zu 16 Personen. Wer zusätzlich vor Ort speisen will, meldet sich vorab an. Bis Corona kam, zählte die Brauerei noch 50.000 Besucher im Jahr. Mittlerweile steigen die Zahlen wieder deutlich.

Ein Besuch lohnt schon allein deshalb, weil es hier um echtes niederländisches Bier geht – nicht um Exportbier. Das macht die alkoholische Ware für Deutsche exklusiv. 24 Mitarbeiter sorgen dafür, dass Geschmack und Qualität stimmen, darunter zehn Brauer. Von 1915 bis 1948 war die Brauerei noch als „Vriendenkring“ bekannt, bevor sie der neue Besitzer bis 1980 weiterführte. Seitdem wird sie als „Arcens Bierbrauerei“ geführt. Der Name Hertog Jan geht übrigens auf Johann I. zurück, genannt Der Siegreiche. Er lebte von 1252 bis 1294 und war Herzog von Brabant und Limburg.

brauerei650Kupferkessel

Ein Brauer am Kupferkessel

Der Brauprozess gleicht dem in anderen Brauereien, sei es die Schrotmühle, der Kupferkessel oder das Hopfenlager. Wohl aber erfahren Besuchende viel Wissenswertes darüber, was dieses Bier einzigartig macht. Die Gerste etwa kommt aus der Champagne, das Malz aus UK und Belgien. Spätestens im „Fässerraum“, wo in gebrauchten Holzfässern die „Jahrgangs-Biere“ lagern und so veredelt werden, ist die Faszination um Hertog Jan perfekt.

 

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Die Wassermühle Ijsvogel in Arcen

Vom Bier zum Schnaps: Fußläufig zum Arcener Ortskern sowie zu den Schlossgärten liegt die Kornbrennerei De Ijsvogel. Dort, in den Räumen einer historischen Mühle, sei eine einstündige Führung mit Bert Merx empfohlen. Er erzählt 20 bis 25 Besuchern kurzweilig von der Geschichte, der Kunst des Mahlens und der Alkoholherstellung. Die Führung beginnt im untersten Stockwerk des historischen Backsteinbaus, wo auch die Restauration angesiedelt ist.

Die Wassermühle von 1667 mahlte einst Leinöl und Korn und war bis 1928 in Betrieb. Als Anfang der 1980er Jahre über den Abbruch des mittlerweile total verfallenen Gebäudes oder seiner Überreste geredet wurde, machten sich Mühlenfreunde ans Geldsammeln. Das dauerte acht Jahre plus drei Jahre Bauzeit. Heute ist die Mühle originalgetreu wiederhergestellt. Ihr Alleinstellungsmerkmal sind die vier Mahlsteine, bestehend aus je einem Ober- und einem Unterschlagrad. Einmal monatlich ist einer der vier Mahlsteine in Betrieb: 160 U/min mit 32 km/h schnell, Granit auf Granit.

Dabei entstehen die Rohstoffe für Dinkelbrot oder auch Rum aus Malzwein. Auch Senfsaat wird so zerkleinert, zuerst grob, dann fein. Im dritten Stock befindet sich die Königswelle, also der zentrale Antrieb. Hier hier ferner erklärt, wie Alkohol gemacht wird, also Whisky, Rum, Kornwein, Liköre und Genever. Beeindruckend zeigt Bert Merx vor dem Roh- und dem Feinbrandkessel, welche Arbeitsschritte notwendig sind. Eine anschließende Einkehr samt Probierstunde ist die Kür zur Pflicht.

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