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19.09.2022

Pilgern und mehr

Pilgern und mehr
© Wallfahrtsstadt Kevelaer
Pilgern und mehr

Als Wallfahrtsort ist das niederrheinische Kevelaer wohlbekannt. Aber auch ohne einen Gedanken ans Pilgern lohnt sich ein Besuch. Denn es gibt weitaus mehr zu erleben als „nur“ Kirchen und Co. – es gibt ein Gradierwerk, spannende Geschicht(ch)en und ein herrliches Radwegenetz …



Gästeführungen in der Wallfahrtsstadt

Seit Juli 2018 führt Mechtild Jansen, eine von acht GästeführerInnen, durch „ihr“ Kevelaer. Auch die BUS-FAHRT nahm sie nun mit auf den Weg. Ausgangspunkt ist der Peter-Plümpe-Platz, an dem nicht nur das Rathaus, sondern auch ein Bus-Stopp liegt. Dort steigen die Fahrgäste aus und werden begrüßt, während der Bus Richtung Europaplatz zum Parken weiterreist. Führungen dauert eine bis anderthalb Stunden und sind unter www.kevelaer-tourismus.de anfrag- und buchbar. Für Gruppen gibt es ein Füllhorn an Themenführungen rund um Sehenswürdigkeiten und Geschichte(n), etwa „Die Wallfahrt stellt sich vor“, „Auf den Spuren von Bert Gerresheim“ oder „Von Brunnen zu Brunnen“.

Die St. Antonius-Kirche

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Die St. Antonius-Kirche von außen

Fußläufig das erste Ziel ist (nach dem Historischen Rathaus, einer englischen Telefonzelle und einer Rubinienholz-Motorradskulptur) die St. Antonius-Kirche, neben der Basilika die zentrale Kirche von Kevelaer. Durch einen Brand am 13. Januar 1982 1982 vollständig zerstört, wurde sie am 17. Januar 1987 nach dem Wiederaufbau eingeweiht. Blickfang ist das verbrannte gotische Hochkreuz, das der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim mit dem beim Brand verkohlten historischen Corpus zu einem Lebensbaum aus Bronze gestaltet hat.

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Das Hochkreuz aus Chorsicht

Das „Gläserne Portal“ taucht mit seinen 12.000 Glasprismen wie auch die 54 Fenster des Künstlers Joachim Klos die Kirche in ein ganz besonderes Licht. Nach bestem Traditionsdendenken finden hier Alt und Neu harmonisch zusammen, getreu dem Motto „Gutes bewahren und sich nicht vor Neuem verschließen“.

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Das „Gläserne Portal“

Vor der Kirche lohnt ein Stopp, denn rechts vor dem Haupteingang hat sich Bert Gerresheim ein weiteres Mal künstlerisch verewigt: Die Rede ist von der Jakobs-Figur mit der Muschel und dem Pilgerstab. Rechts hinter der Figur prangt ein Jakobswegschild an der Fassade. An dieser Stelle legen Jakobspilger traditionell Steine nieder, womit sie sich symbolisch von einer Last befreien.

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Die Jakobs-Figur von Bert Gerresheim

Die Hauptstraße

Die Hauptstraße führt von der St. Antonius-Kirche zum Kapellenplatz, dem zentralen Pilgerort Kevelaers. In der Pilgersaison von Mai bis November ist die Hauptstraße reich mit Flaggen geschmückt, dazu sind in der Straßenmitte verschiedene Bronzeplatten eingelassen, mit denen aufmerksame Besucher einiges über befreundete und andere Marienwallfahrtsorte lernen.

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Bronzeplatte auf der Hauptstraße

Jüngste Bronzeplakette ist die von Altötting. Sie wurde im September 2021 eingelassen. Kurz dahinter quert die Annastraße die Hauptstraße. Sie bildet die Gemeindegrenze zwischen Antonius- und der Basilika eigenen Gemeinde.

Das Niederrheinische Museum

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Blick auf den Altbau des Museums

Das Niederrheinische Museum Kevelaer liegt an der Hauptstraße und ist dort in einer einstigen Pilgergaststätte aus dem 17. Jahrhundert untergebracht. Weiter hinten, im moderneren Anbau, befindet sich der Haupteingang. Zu sehen sind Devotionalien um Volkskunde und Kulturgeschichte. Das Museum dokumentiert neben der bäuerlichen und bürgerlichen Sachkultur das alte Handwerk, die Volksfrömmigkeit, das Schützenwesen, die Regional- und Ortsgeschichte und präsentiert kunsthandwerkliche Erzeugnisse der Druckgraphik und der Keramik. Eine Spielzeugsammlung und Sonderschauen runden das Erlebnis ab. Ein Museumsbesuch eignet sich etwa kombiniert mit der Einkehr im unweiten Spargelörtchen Walbeck.

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Wie früher: historische Gaststätteneinrichtung im Niederrheinischen Museum

Der Kapellenplatz

Nun zum „Star“ der Stadt: der Kapellenplatz. Hier tanken Gäste, Pilger und Einheimische Kraft und kommen zur Ruhe. Rund um die Gnadenkapelle, das Herzstück des Platzes, bieten Marienbasilika, Kerzenkapelle, das Forum Pax-Christi, der Brunnenhof mit Beichtkapelle und Sakramentskapelle sowie die zahlreichen Werke des Künstlers Bert Gerresheim ein reiches Angebot an Gottesdiensten, Andachten und kulturellem Gut. Mehr zur Geschichte am Ende des Textes.

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Altarraum der Marienbasilika

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Der Kapellenplatz: auch per Rad erkundungswert

© Wallfahrtsstadt Kevelaer/Stratmann

650 Laden Christ. Kunst

Auch das ist typisch für Kevelaer: Geschäfte mit allem, was Wallfahrende wollen

Der Solegarten St. Jakob

„Gesund an Leib und Seele“ titeln die Macher des Solegartens St. Jakob, der sich etwas westlich von der Innenstadt befindet, dank Busparkplatz vor der Tür aber gut erreichbar ist. 1994 wurde die Solequelle entdeckt, aber es fehlte an Geld. Im Rahmen einer EU-Förderung gab’s 1,8 Millionen Euro. Im März 2018 folgte mit dem ersten Spatenstich der Bau des Gradierwerks. Im Frühjahr 2019 wurden die Außenanlagen gestaltet, Mitte 2020 wurde der Solgarten fertiggestellt.

Das Gradierwerk im Solegarten wird als Freiluftinhalatorium zur Soleverdunstung betrieben. Aus über 500 m Tiefe wird das iodhaltige Wasser hochgepumpt. Im Gradierwerk in Form von fünf Muscheln – auch hier findet sich der Pilger wieder – rieselt es dann von oben am Schwarzdorn hinunter. Im Hochsommer verdunsten hier rund 16.000 l Wasser – pro Tag.

Neues Highlight ist der Atemweg mit seinen zwölf Stationen, die die Gesundheit unterstützen und zum Durchatmen einladen. Spiritualität, sportliche Aktivität und seelisches Wohlbefinden werden hier vereint.

650 Gradierwerk 10 2021 Wallfahrtsstadt Kevelaer

© Wallfahrtsstadt Kevelaer

Hintergrund zur Geschichte

Seit dem Jahr 1642 ist Kevelaer ein Wallfahrtsort. Bereits ein Jahr später machten sich Pilger aus Rees, mit der ersten organisierten Wallfahrt, auf den Weg in die Marienstadt. Heute trägt der Staatlich anerkannte Erholungsort sogar den offiziellen Namen „Wallfahrtsstadt Kevelaer“ und gehört zu den wichtigsten Marienwallfahrtsorten Deutschlands. Aber auch international ist die Wallfahrtsstadt als Ort des Glaubens bekannt. Eine besondere Auszeichnung waren die Besuche von Papst Johannes Paul II., Mutter Teresa und Kardinal Joseph Ratzinger (dem emeritierten Papst Benedikt XVI.) im Jahr 1987.

Während des Dreißigjährigen Krieges vernahm der Handelsmann Hendrick Busman kurz vor Weihnachten 1641 inmitten der Kevelaerer Heide nahe eines Hagelkreuzes eine Stimme: „An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen.“ Als er dieselben Worte noch an zwei weiteren Tagen an dieser Stelle vernahm, stand sein Entschluss fest. Obwohl er nur über geringe Mittel verfügte, führte er den Auftrag aus und baute ein Heiligenhäuschen.

Dieses baute er nach einer Beschreibung seiner Frau Mechel, die eines Nachts eine Erscheinung hatte, in der sie das Kapellchen mit dem Marienbild vor sich sah. Das kleine Bildchen von „Unserer Lieben Frau von Luxemburg“ hatten zuvor zwei Soldaten versucht an Mechel zu verkaufen – allerdings erstmal erfolglos. Nachdem das Bildchen  Mechel im Traum erschienen war, machte sie sich auf die Suche nach den Beiden und kehrt mit dem Marienbild zurück. Im Jahr 1642 wurde es in einen Bildstock in dem kleinen Heiligenhäuschen eingesetzt. Und dort ist es bis heute geblieben. So begann die Geschichte der Wallfahrt nach Kevelaer. Heute ist die Wallfahrtsstadt Kevelaer einer der größten und bekanntesten Marienwallfahrtsorte Deutschlands.

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