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15.01.2019

Die Waage spielt verrückt

Die Waage spielt verrückt

In der ersten Folge unserer neuen Rubrik „Lachen mit Luzifer" geht es um das Leben und Leiden des selbstfahrenden Busunternehmers Benno Bandura.

Lassen Sie mich vorwegschicken, dass Benno Bandura häufig Reisebus fährt und es sich zur Gewohnheit gemacht hat, am Tag vor einer Reise auf die Waage zu steigen. Wenn er ein bestimmtes Gewicht überschreitet, dann weiß er: Diät in Oberfranken. Oder er unterschreitet es (was in 25 Jahren Ehe noch nicht vorgekommen ist), dann weiß er: schlemmen im Tessin.

Seit gestern allerdings ist Benno Animist, einer von jenen Spinnern, die glauben, dass nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch die Dinge beseelt sind. In seinem Falle glaubt er dies von seiner Waage, der er unterstellt, sie wolle ihm deshalb Böses, weil er sie jeden Morgen mit seinen Füßen knechtet, anschreit, manchmal packt, um sie aus dem Fenster zu werfen, selten streichelt oder lobt.

Er stellt sich auf die Waage und kommt gutgelaunt in die Küche: „600 Gramm abgenommen. Guten Morgen, mein Schatz, wie geht es dir?“ Nun macht seine Frau Helga einen entscheidenden Fehler: „Abgenommen? Stell dich noch mal drauf, die Waage hat sich bestimmt geirrt. Nach drei Tellern Rigatoni und zwei Schälchen Tiramisu nimmt niemand 600 Gramm ab.“ Trotzig zerrt er Helga ins Badezimmer, stellt sich ein zweites Mal auf die Waage und sagt: „Pass auf, Schatz, jetzt wirst du es grün auf schwarz sehen: nur 88 Komma sechs.“ Die Spannung steigt ins Unerträgliche, bis Benno die Wahrheit entgegenleuchtet: 90 Komma vier. „Was ist das denn?“

„Vielleicht hast du krumm gestanden. Versuchs noch mal.“ Nun zeigt die Waage gar 92 Komma vier. „Das kann nicht sein“, stöhnt Helgas Pummelchen. „Das Scheiß-Ding ist kaputt. Da! Jetzt zeigt sie nur noch 87 Komma acht an. Ich versteh das nicht.“ „Wahrscheinlich sind die Batterien kaputt“, tröstet sie ihn. „Geh halt neue Batterien kaufen“, schlägt Helga vor.

Voller Nervosität und Ungewissheit erwartet Benno den Abend, als er endlich mit einem Sechserpack neuer Batterien ins Badezimmer läuft, die alten Batterien herausnimmt und die neuen einsetzt. Dann zieht er sich bis auf die Unterhose aus und steigt auf die Unbestechliche. 89 Komma acht.

„Das kann durchaus sein, Schatz, abends wiegt man immer mehr. Kommst du denn jetzt bitte essen?“ „Ob ich vorsichtshalber noch mal draufsteigen soll?“ Gesagt, getan. 90 Komma zwei. „Ich werde wahnsinnig.“ „Dann ist sie halt kaputt. Musst halt eine neue kaufen.“ „Wie soll ich denn heute nacht einschlafen, wenn ich nicht weiß, wie viel ich wiege? Ich ruf bei Lothar an. Geh mich da wiegen.“ „Jetzt mach dich doch nicht lächerlich. Außerdem wird das Essen kalt.“

Bei Lothar geht dummerweise niemand ans Telefon, bei Bennos und Helgas Nachbarn auch nicht. Der Abend schreitet fort, ohne dass Benno weiß, wie viel er wiegt. Schließlich gehen Helga und er zu Bett.

In der Nacht wacht Helga gegen halb drei auf und findet das Bett neben sich leer. Sie sucht in der Küche, im Badezimmer. Nichts. Sie stellt fest, dass das Auto verschwunden ist. Wo, um Gottes willen, ist er um halb drei hin? Zwanzig Minuten später weiß sie es. „Schatz.“ „Jetzt bin ich gerade eingeschlafen. Wo warst du denn?“ „Hirsch-Apotheke.“ „Um Gottes willen. Hast du dir den Magen verdorben? Geht’s dir nicht gut?“ „Mir geht’s prima.“ „Was wolltest du dann mitten in der Nacht in der Apotheke?“ „Mich wiegen.“

Helga steht fast senkrecht im Bett. „Du willst mir doch nicht erzählen, dass du den Apotheken-Notdienst wegen solch einem Mist missbraucht hast? Du hast doch wohl den Apotheker nicht geweckt, um dich nachts um halb drei auf die Waage zu stellen?“ „Warum nicht? Wozu ist der Notdienst denn da?“ „Und der hat dich tatsächlich reingelassen?“ „Ich hab’ ihm halt ein paar Cent zugesteckt.“ „Wie viele Cent?“ „Gute Nacht, mein Engel, schlaf schön.“

„Benno!“ „Ja, mein Engel?“ „Wie viele Cent?“ „Gar kein Geld im Grunde.“ „Kein Geld?“ „Na ja, die Karten.“ „Karten?“ „Für das Tom-Jones-Konzert, wo wir eigentlich am Freitag hinwollten. Der Apotheker hat sich richtig gefreut.“
Das kann sich Helga lebhaft vorstellen. Wer würde sich nicht freuen,wenn er zwei Karten für je 72 Euro geschenkt bekäme?

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