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28.09.2020

Matera: „Die Branche ist noch stark genug!“

VPR-Präsident Adriano Matera
VPR-Präsident Adriano Matera
Foto: VPR
VPR-Präsident Adriano Matera

Die gesamte Touristikwirtschaft ist durch die Corona-Pandemie extrem stark getroffen worden. Das spüren auch die VPR-Mitgliedsunternehmen. Nun bezieht das Präsidium des Verbands Stellung zur aktuellen Entwicklung und den Zukunftsperspektiven.

Jüngst haben drei VPR-Mitgliedsunternehmen Insolvenz anmelden müssen: Unique North (13 Jahre im Geschäft), TP Tour Project (30 Jahre) und GTW – Grimm Touristik Wetzlar (41 Jahre).

„Die Paketer-Branche ist ein großer Umsatzfaktor mit bedeutendem Volumen im Gruppenreisegeschäft und einer Vielzahl an Unternehmen, die eine lange Tradition und große Stärke vorweisen können“, sagt Adriano Matera, neu gewählter Präsident des Verbandes und Prokurist bei Service Reisen Gießen. „Es wäre in dieser Situation falsch, von den aktuellen Fällen auf die gesamte Branche zu schließen“, stellt Matera klar und betont: „Jede eingeleitete Insolvenz hat ihre individuelle Geschichte und ist nach vielen gesunden Jahren mit gutem Wachstum vor allem auf die Verkettung der Umstände zurückzuführen.“

„Wenn durch die europaweiten Absagen eine Vielzahl nicht eingelöster Deposit-Zahlungen von den Leistungsgebern nicht schnell genug zurückgezahlt werden und man zudem große Verpflichtungen durch eigene Garantieabnahmen hat, ist die Situation eines Liquiditätsengpasses in kritischer Größe schnell gegeben“, erklärt Christoph Knobloch, Vize-Präsident und selbst Geschäftsführer beim Paketer CTS Gruppen- und Studienreisen, die Problematik.

Zudem gibt die Einleitung eines Insolvenzverfahrens allen Unternehmen die Möglichkeit einer Bewertung gesunder Geschäftsbereiche, um die entstandene Schieflage zu korrigieren und die Fortführung zu sichern, betonen beide Präsidiumsmitglieder. „Natürlich wünschen wir unseren Mitgliedsunternehmen und den geschätzten Kollegen die Fortführung der Geschäfte, denn alle genannten Unternehmen bereichern seit Jahren mit ihren eigen entwickelten Produkten, ihrem großen Know-how in der Abwicklung der Reisen und den individuellen Stärken die gesamte Gruppenreise-Branche. Zudem sind sie seit vielen Jahren auf dem Markt etabliert und haben sich zu einer festen Größe in der VPR-Familie entwickelt“, merkt Adriano Matera treffend an.

„In der aktuellen Lage helfen ein reger Austausch und ein offenes Wort zwischen den Busunternehmern auf der Kundenseite und unseren nationalen und internationalen Kollegen auf der Leistungsträgerseite“, rufen Adriano Matera und Christoph Knobloch zum Dialog auf. „Die Corona-Krise wird die Touristikwirtschaft auch im kommenden Jahr weiter stark belasten, der VPR schließt sich daher den Forderungen anderer Branchenverbände an die Bundesregierung nach passgenauen Hilfen für die Unternehmen an“, betonen die beiden Präsidiumsmitglieder.

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