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02.10.2020

Tagesfahrten zu den großen Künstlern

Tagesfahrten zu den großen Künstlern

Die Bustouristik setzt im Corona-Winter auf Ausstellungen und Ziele in Deutschland. Die Gütegemeinschaft Buskomfort (GBK) weist darauf hin, dass Busreiseveranstalter ohne staatliche Unterstützung nicht durch das dunkle Halbjahr kommen werden.

Alternative Angebote sind Ausstellungen, Museen und andere Ziele in Deutschland. So wird der Winterkatalog von Merz Reisen im bayerischen Gnadenberg von Tagesfahrten zu Druckgrafiken des französischen Rokoko in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Kandinsky im Münchner Lenbachhaus oder Andy Warhol im Museum Ludwig in Köln dominiert. Da einige dieser Ausstellungen nicht verlängert werden, sind die Fahrten gut gebucht.

Abgesehen von ein paar Reisen in die Schweiz bietet Ehbauer ihren Kunden in diesem Winter ausschließlich Ziele innerhalb Deutschlands an, vor allem im Norden. Ende Oktober ist einer ihrer Reisebusse nach Usedom unterwegs. „So etwas hätten die Bayern vor Corona nie gemacht“, betont die Busunternehmerin.

Ehbauer hat zwölf Reisebusse, kurz vor Ausbruch der Pandemie hat sie noch in hochwertige Neufahrzeuge investiert. Derzeit sind nur drei davon im Einsatz – wegen Abstand gering ausgelastet. Um wenigstens einigermaßen betriebswirtschaftlich kalkulieren zu können, hat Ehbauer ihre Preise um zehn Prozent angehoben.

Als Busreisen im Frühjahr komplett verboten wurden, musste Ehbauer mehr als 130 Reisen absagen. Für stornierte Reisen hat sie ihren Kunden mehr als eine halbe Million Euro zurückgezahlt. Etwa ein Viertel der Kunden hat sich als Ersatz für eine abgesagte Reise für einen Gutschein mit zehn Prozent Rabatt entschieden.

Den größten Teil ihrer Reisebus-Chauffeure setzt Ehbauer jetzt im Linienverkehr ein, andere helfen in Speditionen als LKW-Fahrer aus, ein großer Teil des Personals ist in Kurzarbeit. Wie viele ihrer Kollegen aus der Branche beklagt auch Ehbauer die hohen bürokratischen Hürden, die überwunden werden müssen, um endlich Gelder aus der staatlichen Corona- Hilfe zu erhalten. Trotzdem freut sie sich, dass sie aus diesem Fonds wenigstens 330.000 Euro bekommen hat. „Das ist zwar ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin kann ich damit meine Kredite bezahlen.“

Auf Reisewarnungen und Veranstaltungsverbote reagiert die Bustouristik mit einem hohen Maß an Flexibilität in der Programmgestaltung. „Mit Hygienekonzepten versuchen wir, den Kunden die Angst vor dem Busreisen zu nehmen“, sagt GBK-Vorsitzender Hermann Meyering. „Um das Risiko einer Infektion mit dem Coroma-Virus in den Fahrzeugen zu reduzieren, entwickeln die Bushersteller ihre hochwertigen Lüftungssysteme permanent weiter“, erklärt er.

Zahlreiche Busunternehmer berichten, dass ihr Herbst- und Wintergeschäft gegen Null tendiert. Zumal auch Vereine und Schulklassen kaum noch Ausflüge buchen. Und während sich manche Reisegäste mittlerweile an den Mund-Nasen-Schutz gewöhnt haben, schrecken viele potentielle Kunden wegen der Maskenpflicht vor einer Busreise zurück.

Damit die Busunternehmer den Winter ohne Pleitewelle überstehen, fordern ihre Verbände, dass die Regierung bei den Hilfszahlungen nochmal kräftig nachlegt und dabei auch jene Unternehmen berücksichtigt, die ihren Fuhrpark bereits abbezahlt haben. Alles andere bestrafe die Firmen, die solide gewirtschaftet haben.

Zudem unterstützt die GBK die Forderung des Deutschen Reiseverbands (DRV), der unter dem Motto „Corona-Tests statt Stubenarrest“ die geplante Änderung der Einreisebestimmung für Rückkehrer aus Risikogebieten ablehnt.

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