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10.01.2013

Bus, Zoll, Knast ...

Das Mitbringen von Souvenirs, Antiquitäten oder Alkohol ist eine beliebte Urlaubsbeschäftigung. Auch ohne illegale Absichten kann es jedoch zu massiven Problemen kommen.

1 cannabis-setzlinge downloadEntscheidend bei der Einreise und den Zollbestimmungen ist, ob aus einem Land der EU oder aus einem sogenannten Drittland nach Deutschland eingereist wird. Nur bei der Einreise aus einem Drittland, bei EU-Ländern via Flughafen, sind Zollkontrollen obligatorisch. Dies erleichtert die Ein- und Ausreise, erhöht aber auch den Druck auf Reiseführer, ihre Reisegäste umfassend zu informieren. Bei Reisen in und aus EU-Ländern gilt, dass alle Waren für den persönlichen Ge- und Verbrauch innerhalb der Frei-Mengen des Zolls abgabenfrei mitgeführt werden dürfen. Darüber hinaus sowie bei gewerblichem Gebrauch gilt es, die Waren beim Zoll anzumelden: Ohne deutsches Steuerzeichen sind Waren in Deutschland nicht verkehrsfähig. Bei Reisen in und aus Drittländern sowie bei wenigen iberischen und überseeischen Inseln gelten gesonderte Frei-Mengen und Abgaberegeln. Zu allen Frei-Mengen hält der Zoll genaue Mengenlisten zur Einsicht bereit. Informationslisten, welche Frei-Mengen für EU-Länder und Drittländer problemlos sind, sollten in der Arbeitsmappe nicht fehlen.

Das Zusammenwachsen von Europa hat die Stellung der Duty-free-Shops stark verändert. Sie befinden sich dennoch weiter auf Flughäfen, Seehäfen und an Grenzübergängen. In Ländern mit schwacher, nicht frei konvertierbarer Währung findet man Duty-free-Shops auch in den Zentren der Städte und touristisch erschlossenen Feriengebieten, oft auch in den Hotels.
Nicht immer günstiger

Für den Anbieter stellt der Verkauf zollfreier Waren eine wichtige Einnahmequelle dar. Ein lukrativer Umsatz an zollfreien Waren trägt dazu bei, die Beförderungstarife niedrig zu halten oder für eine bessere Kostendeckung zu sorgen. Für „arme“ Länder stellt er eine bedeutende Einnahme an harten Devisen dar. Der Gast profitiert insofern, dass er gegenüber dem Kauf in seinem Heimatland günstiger einkaufen kann. Standardangebote der Duty-free-Shops sind unter anderem internationale und nationale Tabakwaren, Spirituosen, Kleidung, Schmuck und Parfum.

Der Reiseleiter könnte vorab seine Gäste über folgende Punkte umfassend informieren:
•    Hinweis auf besonders günstige Duty-free-Shops
•    Nicht immer ist der Einkauf günstiger als zu Hause
•    Information über die Zollbestimmungen bei der Weiterreise in ein Dritt-Land und für die Rückkehr ins Heimatland
•    Alle Waren sind unteilbar, das heißt, ein besonders hochwertiger, den Freibetrag übersteigender Artikel kann nicht auf zwei oder mehr Personen aufgeteilt werden („Die Hälfte des Seidenteppichs gehört meiner Frau“).
Die Freigabe von Höchstgrenzen kann an einen Aufenthalt von gewisser Dauer im Ausland gebunden sein. So können etwa für Tagesausflüge reduzierte Einfuhrmengen gelten. Im Allgemeinen gibt es in Duty-free-Shops aber mehrsprachige Aushänge, die über aktuelle Bestimmungen genau informieren.

Wer in Ausübung seines Berufs, und das gilt hier für Reiseleiter und Fahrer, ins Ausland reist, für den gelten niedrigere Einfuhrmengen als für Grenzgänger und Bewohner der Zollgrenzbezirke.
Auf Märkten und Antiquitätenmärkten werden oft geschützte Kunstgegenstände verkauft, die nicht aus- oder eingeführt werden dürfen. Darüber hinaus kommen gerade bei Studienreisen zu antiken (Ausgrabungs-)Stätten manche Gäste in die Versuchung, Artefakte als selbstgefundene Souvenirs mitzunehmen. Hier ist Vorsicht geboten, da es sich um kulturelle Schätze des jeweiligen Landes handeln kann und Strafen drohen.

Bei Badeurlaub an (tropischen) Stränden oder bei Reisen in exotische Gebiete bringen Gäste gerne seltene Muscheln, präparierte Tiere und Ähnliches mit. Kauf und Mitnahme können gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen verstoßen und unter harter Strafe stehen. Auch beim Mitbringen von einigen kulinarischen Produkten aus exotischen Ländern ist deren Zulässigkeit zu prüfen. Die Waren müssen gegebenenfalls ordnungsgemäß verpackt und deklariert sein. Andernfalls könnten sie vom Zoll konfisziert und mitunter vernichtet werden. Dies gilt aus Hygiene- Gründen ebenso für Pflanzen und Tiere. Auch sollte dringend auf gefälschte Markenartikel geachtet werden, da bei einem zu hohen Gesamtwert der vergleichbaren Original-Markenartikel der Zoll tätig wird.

Vorsicht bei Drogen
In einigen Ländern sind „weiche Drogen“ straffrei oder mindestens einfach zu erwerben. Dies kann zu erheblichen Problemen bei versuchter Einfuhr nach Deutschland führen. An einigen Grenzübergängen versuchen zudem immer wieder Schmuggler, Drogen an unbeteiligten Bussen anzubringen, um nach erfolgreichem Grenzübergang die Ware später wieder an sich zu bringen. Es besteht die Gefahr für Reisebusfahrer, Reiseleiter und unbeteiligte Reisende, hier einbezogen zu werden, was erhebliche Strafen (eventuell Gefängnis; in einigen Ländern Nordafrikas und Asiens droht die Todesstrafe – auch für westliche Touristen).

Wie bei allen Vorschriften ist es wichtig, sich auch bei Zollbestimmungen auf dem Laufenden zu halten. In ruhigeren Saisonabschnitten gilt es daher, seinen eigenen Wissensstand zu aktualisieren. Auch tagesaktuelle Berichte und Sachlagen, wie etwa direkte Aktionen zur Bekämpfung von Seuchen (Vogelgrippe und Ähnliches), EU-Erweiterungen und politische Veränderungen in fernen Reisegebieten gilt es zu beachten. Nähere Informationen bietet die Broschüre „Reisezeit – Ihr Weg durch den Zoll“, das nächstgelegene Hauptzollamt oder der Onlineauftritt www.zoll.de.   
Ulrich Gauf*

*Reiseleiter-Zertifikat Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft und Hochschule Bremen

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