BUS-Fahrt BUS-Fahrt Das Portal für die Omnibusbranche
13.02.2014

Wenn Luise im Louvre verloren geht ...

Wenn Luise im Louvre verloren geht ...

Museen und Ausstellungen. Ein Museumsbesuch als Programmpunkt ist auf vielen Reisen ein echtes Highlight – aber auch eine echte Herausforderung für den Reiseleiter.


Bei der Anfahrt zum Museum beginnt bereits die Information an die Reisegäste – inhaltlich sowie gerade auch organisatorisch. Für den Reiseleiter gibt es im Vorfeld des Busstopps vor dem Museum Folgendes abzuklären:
•    Ist ein Check-In/Kartenkauf schon im Vorfeld abgewickelt worden?
•    Wie viele Gäste werden mit in das Museum gehen? Wie viele sind an Bord?
•    Was passiert mit den Gästen auf „Freigang“?
•    Gibt es ermäßigungsberechtigte Reisegäste oder Gruppentarife?
•    Ist der Rundgang im Museum als Führung oder individuelle Entdeckungstour geplant?
•    Ist ein Museumsführer engagiert?
•    Stehen den Gästen Audioguides zur Verfügung?
•    Wie sind die örtlichen Gegebenheiten im Museum (Foyer, Garderobe, WC, Gastronomie, Souvenirshop)?
•    Wo kann der Bus parken? Wo kann der Ausstieg/Wiedereinstieg erfolgen?

Es ist dringend geraten, diese Fragen im Vorfeld der Anfahrt zu klären, um organisatorischen Problemen vorzubeugen.
Die Umsetzung der finanziellen und organisatorischen Fragen vor Ort findet durch den Reiseleiter statt. Hierzu betritt der Reiseleiter alleine das Foyer und prüft die örtlichen Gegebenheiten, regelt das Einlassprozedere (Führungsgebühren, Ermäßigungen, Gruppenrabatt, Teilnehmerzahl). Museen sind heute in aller Regel gut auf fremdsprachige Gäste eingestellt. Museumsführer sind oft, genau wie Audio Guides und Programmhefte, mehrsprachig verfügbar. Die Einweisung des eventuell  gebuchten Museumsführers findet ebenfalls im Museumsfoyer, optimalerweise im Vorfeld des Besuches via Telefon oder E-Mail, statt. Auf gruppenspezifische Themen ist genauso hinzuweisen wie auf körperliche Probleme einzelner Teilnehmer und möglicher Sprachbarrieren. Auch sollten die Vorkenntnisse der Reisegruppe dringend beachtet und wenn möglich in die Museumsführung integriert werden. Auch die zeitlichen Vorgaben für die Führungen sind zu erörtern. Festzustellen ist, dass eine allgemeine Führung aus methodisch-didaktischen Gründen 90 Minuten nicht übersteigen sollte. Bei thematisch anspruchsvollen Führungen sollten sogar nur 45 bis 60 Minuten eingeplant werden.
Gerade bei Museen und Ausstellungen gilt es, zudem die Verhaltensregeln im Museum abzuklären: Ist Fotografieren erlaubt? Gibt es ein Blitzlichtverbot? Führungsverbot als Reiseleiter? Die Lärmbelästigung durch Gruppen stellt für Museen ein großes Problem dar. Hier entgegenzuwirken, ist Aufgabe des Reiseleiters und kann durch gezielte Informationswiedergabe vor dem Betreten des Ausstellungsraums erreicht werden.
Nach der Abwicklung der organisatorischen Fragen im Foyer folgt die Ansprache an die Gruppe im Bus. Wichtig ist hierbei:
•    die Vorstellung des Museumsführers (falls gebucht)
•    Dauer der Führung
•    Ist nach der Führung ein individuelles Verbleiben im Museum möglich?
•    Wann und wo trifft man sich wieder?
•    Wiederfinden verlorengegangener Gäste
•    Wie sind die Örtlichkeiten im Museum (Garderobe, sanitäre Einrichtungen, Souvenirshop et cetera)?
•    Wie sind die Verhaltensregeln im Museum?

Wenn es die räumlichen Gegebenheiten zulassen, sollten diese Informationen im Foyer unbedingt nochmals vor Beginn der Führung wiederholt werden. Auch sind die Treffpunkte nach der Führung gezielt und klar zu benennen, da gerade größere Museen mitunter über mehrere Ausgänge verfügen – Verwirrung droht. Am Ende des Museumsbesuch sollte der Reiseleiter das Museum als Letzter verlassen, um zurückgelassene Gegenstände, verirrte Gäste und gegebenenfalls offene Punkte mit dem Museum noch klären zu können.
Die Vielzahl von Museen zu jeglichen Themen bietet für Reiseleiter die Chance, einerseits den Gästen passende Tipps für die Freizeitgestaltung zu geben. Andererseits ermöglicht ein situativer Besuch von Museen, den (wetterbedingten) Ausfall einer Destination qualitativ hochwertig zu ersetzen. Tipps und Hinweise zu spannenden und neuartigen Museen und Ausstellungen kann der Reiseleiter durch einen persönlichen Draht zu Gastronomen, Hoteliers und Kulturschaffenden erhalten. Ulrich Gauf*

*Reiseleiter-Zertifikat Bundesverband der Deutschen
Tourismuswirtschaft und Hochschule Bremen. Co-Autor
dieses Beitrags: Philipp Hoffmann, Wirtschafts- und
Unternehmenshistoriker, Kölnisches Stadtmuseum und
Motorensammlung der Deutz AG

 

Die Seminare der RDA Akademie

Die RDA-Akademie bietet regelmäßig das Seminar „Qualifizierte Reiseleitung und Prüfung Reiseleiterzertifikat“ an. Es richtet sich an erfahrene Reiseleiter, die ihr Wissen auffrischen und erweitern möchten. Quereinsteigern und Interessenten bietet es eine komplexe Übersicht über die Anforderungen im Tätigkeitsfeld Reiseleitung sowie praxisnahes Know-how. Die Teilnehmer erhalten professionelle Tipps für die organisatorische Abwicklung, die methodisch-didaktische Gestaltung sowie Grundlagen der Reklamationsbearbeitung. Es ist nach dem „Train-the-Trainer“-Prinzip sowohl für Guides als auch für Vorgesetzte und Ausbilder konzipiert, die in ihren Unternehmen Reiseleiter schulen.

Im Anschluss findet die Prüfung für das Reiseleiterzertifikat des Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft und der Hochschule Bremen statt. Dieser praxisbezogene Befähigungsnachweis bescheinigt Reiseleitern geprüfte Fertigkeiten zur Vermittlung von Sehenswürdigkeiten, Kunst, Kultur, Geschichte, Geografie und Politik. Darüber hinaus Kompetenz in Organisation, Tourismuskunde, Recht sowie Methodik/Didaktik. Das Zertifikat fördert damit die Güte professioneller Reiseleitung und erleichtert Reiseveranstaltern die Wahl qualifizierter Reiseleiter.

Voraussetzung zur Erlangung des Zertifikat nebst Reiseleiterausweis ist eine bestandene zweitägige schriftliche und mündliche Prüfung. Zugelassen sind praktizierende Reiseleiter und Studenten des Internationalen Bachelor-/Master-Studiengangs „Angewandte Freizeitwissenschaft“. Die Prüfungskommission ist paritätisch mit Professoren und Dozenten der Hochschule Bremen sowie Touristikexperten von Veranstaltern und Verbänden besetzt. Mehr Infos bei der RDA-Geschäftsstelle.

 

 

RDA GTE 2022: Interessante Interviews, Paketer und Destinationen auf unserem YouTube Kanal. ⬇

RDA 2022 Bild

Anzeige
Anzeige

bordspielDer Bestseller der Bus-Fahrt: das Unterwegs-Quiz „Reisequiz“. 15 Fragen zu einer Stadt oder Region, kostenlos zum Download. Mehr ...

 

Der beliebte Kursus der Bus-Fahrt für Reiseleiter, Busfahrer, Ausbilder und Chefs, die Reiseleiter und Busfahrer einsetzen und ausbilden. Mehr ...

Nach oben

© Bus-Fahrt – Das Portal für die Omnibusbranche 2022