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04.01.2018

Vielseitiges Finale

Die Nummer 1 unter den Minibussen biegt in die letzte Runde, schon bald darf sich sein Nachfolger ins Zeug legen. Aber noch gibt es fürs aktuelle Sprinter-Modell frische Ideen. Wie den Mobility 45, der mit Qualität und Sicherheit punktet.

Jeder kennt ihn, und die Branchenexperten schätzen ihn auch sehr. Auch wenn der Sprinter-Minibus nur wenig Aufhebens um sich macht. Schon seit vielen Jahren, jetzt werden die Karten aber neu gemischt. Nicht etwa, weil ein neuer Konkurrent den Minibus-Markt aufrollen möchte. Nein, weil sich die vielen Gerüchte um den neuen Sprinter verdichten. Sein erster Auftritt ist schon für den kommenden Februar terminiert – dabei hat es die Bus-Branche aber gar nicht eilig.
Denn schließlich gilt noch immer: Wer einen gut fahrbaren und belastbaren Minibus sucht, landet früher oder später beim bewährten Sprinter. Da gibt es unzählige Varianten und Derivate von vielen Ausbauern und freien Karossiers, die schon viele Einsatzanforderungen erfüllen. Und erst recht die große Palette an Minibussen aus der konzerneigenen Manufaktur in Dortmund – die lockt noch kurz vor dem Finale mit einem besonderen Testfahrzeug.


Der größte Mobility-Sprinter
Der in „Tenoritgrau-metallic“ edel lackierte Sprinter Mobility 45, es gibt auch kleinere Mobility-Kollegen, irritiert mit seiner Ziffer. Er ist weder kleiner noch leichter als seine vollformatigen Kollegen. Mit 7,3 m Länge und fast 2,90 m Höhe inklusive Dachklimagerät besitzt er klassenübliches Format, mit zulässigen 5,3 t ist er schon ein Fall für den D1-Führerschein. Wo er sich vom gewöhnlichen Sprinter-Minibus unterscheidet? Im Heck mit einem Rollstuhllift, mit einer flexiblen Bestuhlung und statt mit Außenschwingtür mit der klassischen Schiebetür des Transporters, die freilich elektromotorisch öffnet und schließt. Der nicht ganz gewöhnliche Minibus zielt auf ein breites Einsatzspektrum, das vielleicht so aussehen könnte: vormittags Förderschulverkehr, nachmittags Bürgerbus, abends Sammeltaxi – für maximale Auslastung wäre also gesorgt.
Bis zu 15 Mitfahrgelegenheiten bietet der Mobility 45, die schlanken Sitze vom Typ „Inter Star Sprinter“ sind einzeln in den sechs Schienen des Aluminium-Bodensystems befestigt und können mit einem Schnellwechselsystem ohne Werkzeug demontiert oder verschoben werden. Rollstühle, alternativ ist Platz für fünf, können im Airline-Bodensystem sicher verankert werden. Wie man das richtig macht, haben wir uns bei Experten vom Malteser-Hilfsdienst zeigen lassen. Nicht zuletzt kommt es auf den richtigen Rollstuhl an, „man muss unbedingt auf Rollies mit Kraftknoten achten“, erklärt Christian Kunzendorf, Fahrdienstleiter bei Malteser in Gräfelfing. Denn nur die halten Notbremsmanövern und Kollisionsunfällen stand. Den halbautomatischen Unterflurlift würde Kunzendorf nur für gelegentliche Rollstuhlbeförderungen wählen. „Allein die Zeit, bis der aus der Kassette kommt“, moniert er, auf Wunsch bekommt man bei Mercedes auch einen Drehsäulenlift im Heck. Aber immerhin packt er bis zu 350 Kilo, das genügt auch für einen besetzten Elektro-Rolli. Die Hubplattform ist mehr als 1,25 m2 groß und lässt sich mit einer Fernbedienung steuern. Die 220 Kilo Mehrgewicht für den Lift steckt der Sprinter-Minibus weg, er darf ja bis zu 5,3 t auf die Straße bringen.


143 Pferdestärken reichen vollauf
Nichts fehlt für die professionelle Beförderung, auch eine omnibusfeine Klimatisierung sorgt für Behaglichkeit. Die Dachklimaanlage kühlt mit 8 kW, eine Konvektorenheizung und die zusätzliche Warmwasserheizung mit Standheizungsfunktion bringen den Fahrgastraum im Winter auf angenehme Temperaturen. Dazu natürlich die Bugheizung mit Warmluftzuheizer und das Klimagerät für den Fahrer, hier gibt sich der professionelle Sprinter keine Blöße.
Noch relativ neu für den Sprinter wird die 143-PS-Motorisierung angeboten. Der halbstarke OM-651-Vierzylinder bringt es hier auf 330 Nm, die von 1.400 bis 2.400 Touren zur Verfügung stehen. Wir meinen, mehr als ausreichend für unseren Mobility 45. Weil ja hier auch eine 7G-Tronic-Automatik sieben Gänge sortiert, beinahe ruckfrei und immer geschmeidig. So verfestigt sich der Eindruck: Ein kräftiger Antritt ab Leerlaufdrehzahl, der Fünftonner nimmt bis Tempo 100 zügig Fahrt auf, dann wird ohnehin abgeregelt.
Das Fahrwerk des Hecktrieblers, einfach gehalten mit Querblattfeder an der Vorderachse und einer blattgefederten Starrachse hinten, bietet Kritikern nur wenig Angriffsfläche. Der lange Sprinter rollt sauber geradeaus, lenkt exakt ein und bleibt stets auf der sicheren Seite. Gewiss, auf miesen Fahrbahnen vernachlässigter Landstraßen keilt die Sprinter-Hinterachse ein wenig aus, der Mobility ist keine Sänfte. Aber sicher, mit der fein dosierbaren Telma-Dauerbremse lässt sich beinahe jede Verzögerung bestreiten. Die Scheibenbremsen packen bissig zu, sie halten den flotten Sprinter jederzeit in Zaum. Und dann bietet der Sprinter alles auf, was es heute an Sicherheitstechnik gibt: Spurhalte-Assistent, Totwinkelassistent und den Auffahrwarner Collision Prevention Assist. Für besseres Licht sind Bi-Xenonscheinwerfer mit Abbiegelicht an Bord, die zusätzlichen Blinkleuchten auf dem Dach und die Warnblinkanlage für den Schulbusbetrieb gehören zu den Sicherheitssystemen des Testfahrzeugs.

 

Technische Daten

Motor
Längs montierter Diesel-Vierzylinder OM 651, 4 Ventile pro Zylinder, zweistufige Turboregisteraufladung mit Ladeluftkühlung, Common-Rail-Direkteinspritzung, Euro 6 mit Abgasrückführung, SCR-Kat und Partikelfilter.
Hubraum 2.143 cm³
Nennleistung105 kW/143 PS bei 3.800/min
Max Drehmoment 330 Nm bei 1.200–2400 /min
Kraftübertragung
Heckantrieb, 7-stufige Wandlerautomatik 7G-Tronic, Hypoidachse mit Übersetzung i = 4,364.
Fahrwerk
Vorn Einzelradaufhängung mit GFK-Querblattfeder, Dämpferbeinen und verstärktem Stabilisator; hinten angetriebene starre Rohrsteckachse an Zweiblatt-Parabelfedern und Drehstabstabilisator, Bereifung 205/75 R16 C.
Bremsen, Sicherheitssysteme
Hydraulische Scheibenbremsen vorn und hinten; ABS, Bremsassistent, elektronische Bremskraftverteilung; Dauerbremse Telma-Retarder Typ AE 30-35; lastabhängiges ESP mit ABS und ASR. Optional: Spurhalteassistent, Totwinkelassistent, Fernlichtassistent, Collision Prevention Assist.
Maße, Gewichte
Länge/Breite/Höhe 7.361 x 1.993 x 2.861 mm
Radstand 4.325 mm
Wendekreis 15.300 mm
Stehhöhe Mittelgang 1.900 mm
Kapazität 15 + 1 Sitzpl. oder 5 Rollstuhlpl.
Kraftstofftank 75 Liter
Zul. Achslast VA/HA 2.000/2.800 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 5.300 kg

Preis
Grundpreis: 61.450,00 Euro


Unter dem Strich
Vielseitig ist er, handsam und professionell, das Mobility-Konzept für den Sprinter verdient Beachtung. Auch weil er betont günstig kalkuliert ist, mit Serienausstattung ist der 15-Sitzer schon für 61.000 Euro haben. Dann aber beginnt der Auswahlprozess in der Optionsliste – alles was den Sprinter verbessert, macht ihn auch teurer. Wie gut der Sprinter auf den harten Verkehrsalltag vorbereitet ist, zeigt er mit vielen Details: Die großen Scheibenwischer tragen Waschdüsen an den Blättern, die Endlagen der Wischer werden beheizt. Das optionale Kurven- und Abbiegelicht leuchtet nachts die Kurven aus, Regen- und Lichtsensoren erleichtern die Arbeit. Nicht zuletzt die großen Außenspiegel verdienen gute Noten, sie signalisieren beim Reversieren mit integrierten Leuchtpunkten den rückwärtigen Abstand ziemlich präzise.
Wolfgang Tschakert

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