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16.05.2022

Neun-Euro-Ticket: zu Lasten des Reisebusses

Foto: stock.adobe.com – Syda Productions
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Das für den Sommer geplante Neun-Euro-Ticket sorgt innerhalb der Busbranche für Bedenken. Es sei neben seiner Funktion als Entlastung für Pendler quasi auch eine „Fernverkehrsflatrate“, schreibt der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) in einer Stellungnahme für den Bundestag.

Auf der Grundlage einer bundesweiten „Neun-Euro-Flatrate“ sei der Verkehr in Deutschland jedoch nicht aufgebaut. „Unternehmen konnten ihre Investitionen, ihre Produkte und Planungen nicht darauf ausrichten, dass mit einer „plötzlich eingeführten“ Flatrate neue und staatlich subventionierte Wettbewerber den Markt angreifen, so der BDO weiter.
„Vor allem junge Menschen, Auszubildende, Schüler und Studenten achten besonders auf günstige Mobilitätsangebote. Der Preis ist der dominierende Faktor bei der Wahl des Verkehrsmittels, die Länge der Reisezeiten spielt eine eher untergeordnete Rolle. Für 75 Prozent der Fernbusreisenden ist der Preis der wichtigste Grund für die Wahl des Verkehrsmittels, so eine Studie des Umweltbundesamtes. Es ist daher zu erwarten, dass sich viele Menschen bei ihrer Reiseplanung für das „Neun-Euro-Ticket“ und gegen den Fernbus entscheiden werden“, beklagt der Verband.

Auch der Bus-Anmietverkehr werde die Konkurrenz durch das „Neun-Euro-Ticket“ spüren. Viele Klassenfahrten, Schulausflüge oder Vereinsreisen würden nicht mehr mit dem Reisebus durchgeführt, sondern so geplant, dass sie auch mit dem Regionalverkehr der Bahn realisiert werden könnten.

Nach langer Durststrecke hätte die Sommer- und Feriensaison 2022 eine erste Erholung und Normalisierung bringen und für dringend benötigte Einnahmen sorgen können, so der BDO. Dass nun genau zu der reisestarken Saison das Neun-Euro-Ticket bundesweit gelten solle, stelle „eine erhebliche Gefahr für die Branche“ dar.